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Die Geschichte Brasiliens
1600-1700
1624 — 1. Holländische Invasion
Holland verbündete sich 1580 mit Portugals Erzfeind Spanien und gründete die Dutch West Indies Company, um Brasiliens Zuckerproduktion zu übernehmen und den Sklavenhandel unte seine Kontrolle zu bringen. 1624 eroberten sie in einer groß angelegten Offensive die Hauptstadt Salvador in Bahia. Nach erbitterten Kämpfen übernahmen die Portugiesen rund ein Jaher später die Stadt und verwiesen die Holländer des Landes.
1630 — 2. Holländische Invasion
Bei ihrer 2. Invasion 1630 eroberten die Holländer zunächst Pernambuco und daraufhin einen Großteil des Nordosten Brasiliens. Die eroberten Gebiete wurden Neu Holland genannt und Recife zur Hauptstadt erklärt. Mit ihrer überlegenen Seestreitmacht gelang es ihnen außerdem Teile der portugiesischen Kolonie Angola in Afrika zu besetzen, um den Sklavennachschub ihrer neuen Gebiete zu garantieren. 1637 übernahm Moritz von Nassau, ein deutscher Graf in holländischen Diensten, die Verwaltung. Er erwies sich als geschickter Regent und förderte die Entstehung von Zuckerplantagen und Rinderfarmen und ließ außerdem Kranken- und Weisenhäuser errichten.
Allerdings kam es aufgrund der hohen Steuern zu zahlreichen Revolten, woraufhin von Nassau aufgrund mangelnder Unterstützung Hollands 1644 nach Europa zurückkehrte. Ohne starke Führung gelang es den Portugiesen mit Hilfe angeheuerter Schwarzer und Indianischer Soldaten die Holländer zu bekämpfen während Salvador de Sá, der Gouverneur von Rio de Janeiro, nach Angola segelte und die holländischen Truppen besiegte. Als die Bezahlung aus Holland ausblieb, meuterten die letzten niederländischen Truppen in Brasilien und kehrten ebenfalls zurück. 1654 wurde ein Friedensvertrag geschlossen.
1695 — Das Quilombo Palmares fällt
Im 17. und 18. Jahrhundert versteckten sich Sklaven, die von den Plantagen oder aus den Minen fliehen konnten, in den unzugänglichen Wäldern und schlossen sich zu Gemeinschaften, den so genannten Quilombos zusammen. Dort führten sie ein freies Leben in Würde, gingen ihrer afrikanischen Kultur nach und betrieben zur Versorgung gemeinschaftliche Landwirtschaft. Während der Kolonialzeit gab es hunderte dieser Siedlungen, die sich hauptsächlich auf dem Gebiet der heutigen Staaten Bahia, Pernambuco, Goiás, Mato Grosso und Minas Gerais befanden.
Im Zuge der 2. holländischen Invasion 1630 verließen viele Plantagenbesitzer ihre Ländereien, so daß in den Wirren des Rückzugs vielen Sklaven die Flucht gelang. Die meisten von ihnen machten sich auf den Weg nach Palmares dem damals größten Quilombo im heutigen Bundesstaat Alagoas. 1670 zählte die Siedlung rund 50000 Einwohner, die unter Führung von Zumbí, einem ehemals afrikanischem König, zahlreiche portugiesische Angriffe zurückschlugen. Die Einwohner waren hauptsächlich Schwarze aber auch Mulatten und Mestizen, also Nachkommen der Verbindung von Schwarzen und Weißen, sowie Indianern und Weißen.
Die Sorge einer Beispielwirkung des erfolgreichen Palmares trieb die Regierung Pernambucos dazu, immer weitere Attacken gegen das Quilombos zu unternehmen, bis schließlich es ihnen schließlich 1695 mit Hilfe einer Gruppe Bandeirantes aus São Paulo gelang, Palmares einzunehmen, alle Bewohner zu töten und die Siedlung dem Erdboden gleichzumachen.
